Vom Hütenhund zum Hausgenossen – der Schäferhund




 

 

 

Schäferhunde gehören dank ihrer großen Intelligenz und ihres freundlichen Wesen nach wie vor zu den beliebtesten Rassen bei den Familienhunden. Sie wurden ursprünglich dazu gezüchtet, um auf Schaf- und Ziegenherden aufzupassen und die Tiere auch zu treiben. Aus dieser Zeit ist den Tieren ihre Selbständigkeit und auch ihre Wendigkeit erhalten geblieben. Es gibt verschiedene Rassen, die als Schäferhunde bezeichnet werden. Dazu gehören beispielsweise der deutsche und der Belgische Schäferhund, sowie auch der Australian Cattle Dog, der Bobtail und der Collie.

Der in Deutschland am weitesten Verbreitete Deutsche Schäferhund hat seinen Ursprung hauptsächlich in Württemberg und Thüringen und gilt als leistungsfähiger Gebrauchshund. Er wird nicht nur als Hüte- und Wachhund eingesetzt, sondern tut seinen Dienst auch bei Polizei und Rettungsdiensten und kann sogar zum Blindenführer ausgebildet werden. In den meisten Fällen ist er doch ein geliebter Freund in einer Familie, die er zärtlich liebt.

Der Belgische Schäferhund

Eine interessante Variante des Deutschen Schäferhunds ist der belgische Schäferhund, der zierlicher im Körperbau ist und sich oft auch durch ein längeres Haarkleid auszeichnet. Der Belgische Schäferhund zeichnet sich durch große Intelligenz aus und ist darüber hinaus sehr aktiv und stets zum Einsatz bereit.

Er entwickelt einen starken Beschützerinstinkt und verteidigt sein Herrchen in jeder Situation. Dennoch sind Aggressivität und Angst seinem Wesen völlig fremd. Als Diensthund kann er vielseitiger eingesetzt werden und ist auch heute noch häufig auf Bauernhöfen zu finden, wo er als Wachhund fungiert. Sein Temperament ist munter und lebhaft. Daher passt er auch wunderbar zu einer Familie mit Kindern.

Beim Spiel im Freien ist er unermüdlich und somit ein wunderbarer Freund für die Kleinen. Seine harmonische Körperform und die stolze Haltung machen ihn zu einem Tier, das stets imposant wirkt.

Altdeutscher Schäferhund

Der Altdeutsche Schäferhund unterscheidet sich vom normalen deutschen Schäferhund durch sein Fell. Die Zeichnung ist gleich, doch sind die Haare wesentlich länger. Obschon diese Variante offiziell nicht anerkannt wird, gibt es eine ganze Reihe von Züchtern, die sich auf dieses herrliche Tier spezialisiert haben. Die Abgrenzung zum Deutschen Schäferhund liegt darin begründet, dass der Verein für Deutsche Schäferhunde vor einigen Jahren beschloss, die langhaarigen Tiere nicht mehr innerhalb des Rassestandards aufzunehmen.

Fasziniert von dem Schäferhund mit langen Haaren beschlossen jedoch einige Züchter, sich zusammenzuschließen und diese Variante des Schäferhundes auch weiterhin zu züchten. Das Wesen entspricht dem kurzhaarigen Deutschen Schäferhundes und der Altdeutsche Schäferhund eignet sich für die gleichen Einsatzzwecke wie sein kurzhaariger Bruder.

Der Weiße Schweizer Schäferhund

Besonders majestätisch wirkt der Weiße Schweizer Schäferhund, der im Gegensatz zum Altdeutschen Schäferhund eine vom FCI anerkannte Rasse ist. Vom Körperbau und auch vom gebiss ähnelt der Weiße Schweizer Schäferhund dem Deutschen Schäferhund stark. Doch ist sein Fell vollkommen weiß. Dabei kann es sich um lange Haare oder auch um Stockhaare handeln.

Den Namen nach zu urteilen neigt man zu der Annahme dass diese Rasse aus der Schweiz stammt. Tatsächlich kommen die Tiere jedoch aus den USA und Kanada und wurden erst 1991 in der Schweiz als eigene Rasse registriert. Die Rasse wird auch als Berger Blanc Suisse bezeichnet. Früher kamen auch in Würfen des Deutschen Schäferhunds oft weiße Tiere vor. Da sie jedoch nicht dem Rassestandard entsprachen, wurden sie für einen kleinen Preis an Interessierte abgegeben. So hatten Züchter sie Möglichkeit, weiße Exemplare zu erhalten und eine eigene, neue Rasse zu entwickeln.

Die Hunde gelten als anhänglich, liebenswert und intelligent, weshalb sie über ihren Wert als Gebrauchshund hinaus oft als Familienhund angesehen werden. Die Tiere lassen sich mit sanfter Hand besonders leicht erziehen, da sie von Natur aus ihrem Herren gegenüber ein unterwürfiges Verhalten an den Tag legen.

Der Karst Schäferhund

Eine besonders effizienter Wach- und Hütehund ist der Karst Schäferhund aus Slowenien. Durch das eisgraue Deckhaar, das bis zu 10 Zentimeter lang wird, wirkt das Tier besonders eindrucksvoll. Am oberen Halsrand verdichtet sich das fell büschelartig zu einer Mähne. Die Karst Schäferhunde sind von gemäßigtem Temperament und ihrem Besitzer treu ergeben. Fremden gegenüber bewahren sie stets ein gewisses Misstrauen, ohne dabei jedoch jemals bissig zu werden. Sie sind sehr eigenständig und können auch als Wachhund eingesetzt werden.

Die Rasse besteht bereits seit Jahrhunderten und gehört zum Stamm der Molosser. Man nimmt an, dass die Molloser einst mit dem Stamm der Illyrer über Dalmatien in das slowenische Karstgebirge kamen und dort heimisch wurden. Im Jahr 1939 wurde die Rasse vom FCI anerkannt, allerdings zunächst unter dem Namen Illyrischer Schäferhund. Erst im Jahr 1968 wurde der Name Karst Schäferhund oder Kraski Ovcar offiziell eingeführt.

Der Portugiesische Schäferhund

Auch in Portugal findet man einen Schäferhund, der dieser Gegend eigen ist. Trotz seines robusten und kräftigen Körperbaus ist der Hund leichtfüßig und zu großen Arbeitsleistungen fähig. Es handelt sich bei dem Portugiesischen Schäferhund ebenfalls um eine eigenständige Rasse, die jedoch in Deutschland nur sehr wenig bekannt ist. Das Fell dieser Hunde ist lang, glatt und sehr hart. Portugiesische Schäferhunde können unterschiedliche Farben wie gelb, braun, grau oder schwarz haben.

Die Tiere sind intelligent und lernen sehr schnell. Sie brauchen allerdings eine konsequente Führung. Der Portugiesische Schäferhund ist wachsam und unnahbar für Fremde, ohne dabei jedoch aggressiv zu sein. Er eignet sich auch als Familienhund, wo er sich als liebevoll, verspielt und verschmust erweist. Allerdings sind die Tiere auch sehr aktiv und man sollte die Zeit haben, sich täglich zwei bis drei Stunden mit ihnen beschäftigen zu können. Sie lieben Auslauf und sind angenehme Begleiter auf Spaziergängen und Wanderungen.

Schäferhunde sind ausgezeichnete Hausgenossen

Alle Schäferhunde besitzen einige grundsätzliche Eigenschaften, die sie zu besonders liebenswerten Hausgenossen machen. Da sie ursprünglich zum Treiben und Überwachen von Tierherden gezüchtet wurden, sind sie intelligent und selbständig. Sie sind darüber hinaus wachsam, so dass sie auch im Haus ihren Aufgabenbereich übernehmen können. Dank ihrer Intelligenz lassen sie sich leicht erziehen, besonders wenn man vom ersten Tag an ein konsequentes verhalten an den Tag legt.

Die meisten Schäferhunde sind auch sehr kinderlieb und sind für die Kleinen nicht nur Spielpartner, sondern fühlen sich auch als deren Beschützer. Sie zeigen kein aggressives Verhalten, so dass sie für die Familie mit Kindern perfekt geeignet sind.

Der Schäferhund – zu Recht eine der beliebtesten Hunderassen




 

Der Deutsche Schäferhund ist auf der ganzen Welt bekannt und wird wegen seiner zahlreichen Tugenden geschätzt. Mut, zuverlässiger Arbeitseinsatz, Treue und Intelligenz sind nur einige der Attribute, die den Deutschen Schäferhund nicht nur als Familienhund, sondern auch als Helfer bei der Polizei, dem Militär sowie verschiedenen Rettungsdiensten so wertvoll machen.

Entscheidet man sich für einen Schäferhund als Familienhund, so findet man einen anhänglichen, treuen Freund, der seine Familie liebevoll beschützt. Gegenüber Fremden nimmt er meist ein abwartendes, wachsames Verhalten ein. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass das Tier ausgelastet ist. Ist das nicht der Fall, so sucht sich der Schäferhund selbst einen Aufgabenbereich. Das kann dazu führen, dass er wildert, oder sich auch übertrieben wachsam verhält. Generell zeichnen sich die Hunde durch ein sicheres, selbstbewusstes Wesen aus. Allerdings sind auch Trieb und eine gewisse Härte vorhanden, denn es sind gerade diese Eigenschaften, die sie als Diensthunde unersetzbar machen.

Erscheinungsbild des Deutschen Schäferhunds

Deutsche Schäferhunde sind große Tiere, die eine Widerristhöhe bis zu 65 cm bei einem Gewicht von 40 kg erreichen können. Hündinnen sind in der Regel ein wenig kleiner. Kennzeichnend für den Deutschen Schäferhund sind ein muskulöser Körper und ein tiefer, leicht gewölbter Brustkorb. Eine weit nach vorne greifende Hinterhand ermöglicht es dem Tier, mit Leichtigkeit zu traben. Der schlank geformte Kopf mit der spitz zulaufenden Schnauze wirkt edel und die stets aufgerichteten Ohren vermitteln den Eindruck von Aufmerksamkeit und Einsatzbereitschaft.

Das Fell des Schäferhunds kann unterschiedliche Länge haben und weist eine dichte Unterwolle auf. Die Dichte des Fells bietet dem Hund einen ausgezeichneten Schutz vor Regen. Zur typischen Zeichnung des Schäferhunds gehört ein schwarzer Sattel, gelbliche bis braune Abzeichen an den Seiten und ein schwarzes Abzeichen am Kopf. Bei dem Haar kann es sich um Stockhaar, Langhaar oder auch um Langstockhaar handeln. Die meisten Hunde dieser Rasse haben eine gelblich-braune bis rötlich-braune Fellfarbe. Schwarz, schwarz-braun oder grau sind weitere mögliche Farben, die jedoch seltener vorkommen.

So entwickelte sich die Rasse

Schäferhunde sind im deutschen Raum bereits seit dem 6. Jahrhundert bekannt. Allerdings wurde bei der Zucht weniger Wert auf das Aussehen gelegt, als vielmehr auf Charaktereigenschaften wie Gehorsam, Ausdauer, Robustheit und ein gutes Hüteverhalten. Der Deutsche Schäferhund mit seinem heutigen Erscheinungsbild wird seit 1871 gezüchtet. Die Idee zu der Zucht stammte von dem preußischen Hofrittmeister Max von Stephanitz, der genaue Vorstellungen vom gewünschten Aussehen als auch von den Charaktereigenschaften des Hundes hatte.

Er wollte einen zuverlässigen Gebrauchshund züchten, bei dem Leistungsfähigkeit im Vordergrund stand. Darauf begründet erstellte er 1891 die erste Rasseneinteilung. Schließlich erwarb er im Jahr 1998 einen Hütehund, den er “Horand von Grafrath” nannte. Dieser Hund gilt heute als Stammvater aller Deutschen Schäferhunde. Seine Einsatzbereitschaft, Arbeitswille und Mut machten den Hund schnell beim Militär beliebt.

Deutsche Schäferhunde wurden in beiden Weltkriegen eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich der Schäferhund in zwei unterschiedlichen Linien. Während sich in Westdeutschland die Zucht bald nach einen bestimmten Schönheitsideal mit einem massigeren Körperbau und dem sogenannten Fliesheck orientierte, wurden im Osten die Tiere weiterhin zum Arbeitseinsatz gezüchtet und wiesen einen leichteren Körperbau auf. Auch heute wird bei den Züchtern noch der Unterschied zwischen Hochzucht und Leistungszucht gemacht. Bisher gelang es jedoch nicht, die Leistungszucht als eigene Rasse eintragen zu lassen.

Haltung und Pflege des deutschen Schäferhunds

Das Fell des Deutschen Schäferhunds ist zwar recht pflegeleicht, braucht aber dennoch regelmäßige Aufmerksamkeit. Das Fell ist sehr robust und außerdem wetterbeständig. Während des Fellwechsels verliert das Tier große Mengen von Haaren. Mit regelmäßigem Bürsten hält man das Fell schön glänzend und wenn man während des Fellwechsels täglich bürstet, kann man auch vermeiden, dass sich die Haare im Haus in Teppichen und Polstermöbeln festsetzen. Während des Bürstens sollte man den Hund auch gleichzeitig auf Parasiten untersuchen, die sich in Fell und Haut festsetzen, so dass ein solcher Befall schnell behandelt werden kann.

Man sollte den Schäferhund nur dann baden, wenn das Tier sich beispielsweise in Exkrementen gewälzt hat und sehr schmutzig ist. Das Shampoo kann nämlich die natürliche Fettschicht von Haut und Haaren beeinträchtigen und den Hund anfälliger für Hauterkrankungen machen.

Auch die Ohren müssen regelmäßig auf Schmutz und Parasitenbefall untersucht werden. Man kann die Ohrmuschel gut mit einem weichen Tuch auswischen. Sieht man jedoch Spuren von Parasiten, dunkle Sekretionen oder Eiter entdeckt, so sollte man einen Tierarzt zu Rate ziehen

Die Pfoten sollten auf eingetretene Steinchen und Splitter untersucht werden. Es empfiehlt sich, die Pfoten besonders im Winter regelmäßig einzucremen, so dass sie nicht rissig werden.

Ein gesundes Gebiss ist für das Tier von großer Wichtigkeit. Setzt sich einmal Zahnstein an, so kann es schnell zu schmerzhaften Entzündungen kommen, die auch den Appetit des Tieres beeinträchtigen. Als vorbeugende Maßnahme kann man dem Hund regelmäßig die Zähne putzen. Hat sich der Zahnstein doch erst einmal festgesetzt, so hilft nur noch der Gang zum Zahnarzt.

Zahnstein ist oft eine Folge von unsachgemäßer Ernährung und zu vielen Leckerchen. Ein solches Fütterverhalten kann auch zu Übergewicht und den damit verbundenen Krankheiten führen. Es gilt also, den Hund schon im Welpenalter korrekt zu ernähren. Im Zweifelsfall sollte man sich vom Züchter eine korrekte Ernährungsweise für den Hund empfehlen lassen.

Die Erziehung des Hundes

Der Schäferhund ist an der Zusammenarbeit interessiert und daher auch leicht zu erziehen. Man sollte sich jedoch der Tatsache bewusst sein, dass eine konsequente Erziehung schon vom Welpenalter nötig ist. Das große Selbstbewusstsein und die Trieblage des Deutschen Schäferhund machen es ohne eine solche Erziehung unmöglich, das Tier zu dirigieren. Man kann sich die Hundeerziehung weiter erleichtern, in dem man sich den richtigen Züchter aussucht. Wählt man nämlich ein Tier aus der Schönheitszucht, so ist der Arbeitsdrang und die Neigung zu eigenständigem Verhalten weniger stark ausgeprägt und die Erziehung kann auch bei einer weniger erfahrenen Person schnell greifen.

Mit Schimpfen und Bestrafen kann man in der Regel beim Schäferhund wenig erreichen, da der Hund sehr nervenstark ist. Mit Lob und kleinen Belohnungen hingegen gewinnt man das Herz des Hundes schnell und der Deutsche Schäferhund wird alles tun, um die Kommandos in gewünschter Weise auszuführen. Seine große Lernfähigkeit unterstützt ihn dabei.