Freundlich und gelassen – Der Neufundländer




 

 

 

Der Neufundländer ist ein liebenswürdiger und anhänglicher Hund, der Familienkontakt über alles schätzt. Diese Tiere sollten gemeinsam mit ihren Menschen leben und eignen sich nicht für die Haltung in einem Zwinger. Sie sind aufmerksam und mutig, ohne dabei jedoch jemals aggressiv zu werden. Er ist zu Menschen aber auch zu anderen Tieren stets freundlich und aufgeschlossen. Schon in dem offenen Blick des Hundes kann man die Gutmütigkeit des tapsigen Riesen erkennen. Neufundländer sind auch sanft und gutmütig im Umgang mit Kindern, was ihre Eignung als Familienhund noch weiter stärkt.

Wer sich einen Neufundländer anschaffen möchte, sollte dabei auf einige Tatsachen achten. Die großen Tiere brauchen einigen Platz und eignen sich deshalb zur Haltung in der Etagenwohnung nur wenig. Außerdem sollte man auch berechnen, dass der Hund seinem Körpergewicht entsprechend auch viel frisst. Daher muss man auch mit entsprechend hohen Futterkosten für das Tier rechnen.

Geschichte des Neufundländers

Diese Hunderasse stammt von der kanadischen Insel Neufundland, deren Namen sie auch trägt. Um das Jahr 1100 brachten die Wikinger den großen schwarzen Bärenhund aus ihrer Heimat mit auf die Insel. Dort vermischte er sich mit einheimischen Rassen. Als in späteren Jahrhunderten europäische Fischer ebenfalls mit Hunden nach Neufundland kamen, vermischte sich die Rasse noch weiter. Die grundsätzlichen Kennzeichen blieben jedoch unverändert. Als die Insel schließlich im Jahr 1610 kolonisiert wurde, war der Neufundländer bereits ein Hund, der sich durch immer wiederkehrende Eigenschaften und Erscheinungsbild auszeichnete.

Von den Siedlern wurde der Neufundländer als Arbeitshund, Zugtier und Wasserhund genutzt, wodurch sich Eigenschaften wie Ausdauer und Witterungsunempfindlichkeit bei den massigen Hunden besonders herausbildete. Auch beim Ziehen von Schlitten und als Bootshund konnte der Neufundländer ausgezeichnete Dienste leisten. Im 18. Jahrhundert wird zum ersten Mal die Rassebezeichnung Neufundländer gebraucht und gegen Ende des 19. Jahrhunderts wird schließlich in England der Rassestandard für den Neufundländer festgesetzt. Heute ist der Neufundländer ein beliebter Familienfund, hat sich jedoch seine Liebe für Bewegung im Freien und für das Wasser bewahrt.

Erscheinungsbild der Rasse

Der Neufundländer ist ein massiver Hund mit einem kraftvollen Körper, der sich durch einen gut koordinierten Bewegungsablauf auszeichnet. Er kann bis zu 74 cm hoch und bis zu 55 kg schwer werden. Der Kopf hat einen breiten, leicht gewölbten Scheitel und eine relativ kurze, quadratische Schnauze. Die dunkelbraunen Augen sind klein und weit auseinanderliegend. Der muskulöse Hals bietet einen eleganten Übergang zum Körper, der sich durch einen breiten Brustkorb auszeichnet. Die Rute ist überaus kräftig und wird von dem Hund beim Schwimmen wie eine Art Steuerruder eingesetzt. Der Neufundländer hat mäßig langes, gerades Haar.

Besonders auffällig ist es, dass das Fell wasserundurchlässig ist, so dass der Hund auch bei kalten Temperaturen ungestört schwimmen kann. Die dichte Unterwolle ist weich und im Winter stärker ausgebildet, als im Sommer. Neufundländer können unterschiedliche Farben aufweise und sind entweder schwarz, braun oder schwarz-weiß.

Pflege und Haltung des Neufundländers

Das dichte, wasserabweisende Stockhaar des Neufundländers braucht regelmäßige Pflege. Es sollte mehrere Male in der Woche gebürstet werden. Dazu kann man Bürste und Kamm einsetzen, um auch die Unterwolle durchzukämmen. So verhindert man besonders zur Zeit des Fellwechsels, dass das Tier allzu viele Haare in der Wohnung hinterlässt. Etwa alle drei Monate braucht der Neufundländer ein Bad. Man sollte schon den Welpen an diesen Vorgang gewöhnen, so dass es späterhin beim großen Hund nicht zu Schwierigkeiten kommt. Ohren und Augen sollte ebenfalls regelmäßig gepflegt und bei Verschmutzung oder Verkrustung mit einem weichen Tuch ausgewischt werden. Wie viele große Hunde neigen auch die Neufundländer zu Krankheiten wie Ellenbogendysplasie und Hüftgelenksdysplasie.

Diese Krankheiten sind genetischer Natur und können sich meist schon in den ersten Lebensmonaten entwickeln. Mit einer ausgeglichenen, nährstoffreichen Ernährung kann man diesen Krankheiten jedoch entgegenwirken. Das gleich gilt für die ebenfalls verbreitete Herzinsuffizienz, die meistens auf Taurinmangel zurückzuführen ist. Deshalb sollte man sich am besten auch schon gleich beim Züchter beraten lassen, welche Ernährung für die Tiere am geeignetsten ist.

Bei der Haltung des Neufundländers gilt es ebenfalls, einige Umstände zu beachten. Der Neufundländer braucht viel frische Luft und liebt das Wasser. Daher sind Grundstücke in der Nähe von Seen oder Flüssen besonders gut für ein solches Tier geeignet. Ein Garten, in dem sich das Tier selbständig bewegen kann, ist eindeutig von Vorteil. Die Stadt hingegen ist keine gute Umgebung für den Neufundländer. Man sollte sich auch die Zeit nehmen, täglich mit dem Hund spazieren zu gehen, selbst wenn nur kurze Strecken zurückgelegt werden. Durch sein dichtes Fell macht sommerliche Hitze dem Tier zu schaffen, so dass man während solcher Zeiten keine zu anstrengenden Tätigkeiten mit dem Hund unternehmen sollte. Schwimmen ist bei warmem Wetter jedoch eine besondere Wohltat.

So erzieht man den Neufundländer

Hält man einen großen Hund wie einen Neufundländer, so ist eine gute Erziehung unerlässlich. Man muss sich darauf verlassen können, dass der Hund Kommandos in jeder Situation befolgt und seine Körperkraft nicht dazu einsetzt, sich gegen sein Herrchen zu stemmen. Neufundländer sind jedoch sehr klug und verstehen sehr schnell, was erlaubt ist und was nicht. Dazu muss man doch schon im Welpenalter mit einer konsequenten Erziehung beginnen, die dem Tier klar verdeutlicht, welche Verhaltensweisen erwünscht sind.

Streicheleinheiten, Lob und Leckerli sind bei der Erziehung des Neufundländers die beste Motivation. Die Tiere sind sehr sensibel und verschließen sich bei harten Worten. Mit der Sozialisierung sollte man ebenfalls schon beim Welpen beginnen. Neufundländer sind freundlich und verträglich. Trotzdem ist es wichtige, dass sie den Umgang mit Menschen und anderen Tieren frühzeitig erlernen.

Welpe oder Tier aus Hundeauffangstation

Die meisten Hundefreunde entscheiden sich dazu einen Neufundländer als Welpen vom Züchter zu kaufen. Doch ist es durchaus eine gute Idee, vor dem Kauf einmal in den lokalen Hundeauffangstellen nachzufragen, ob vielleicht ein noch junges Tier dringend ein neues Heim braucht. Neufundländer können in diesem Sinne nämlich schnell in Not geraten. Wenn Besitzer beispielsweise aus beruflichen Gründen umziehen müssen, können am neuen Ort die räumlichen Verhältnisse für einen derart großen Hund nicht gegeben sein. So wird das Tier häufig im Tierheim zurückgelassen, wo es nun auf einen neuen Freund wartet. So kann man mit der Adoption von einem Neufundländer aus dem Tierheim dem Hund wieder zu einem glücklichen Leben verhelfen.