Der Bullterrier – ein anpassungsfähiger Freund für die Familie




 

 

 

Der Bullterrier gilt hauptsächlich als Begleithund. Durch sein aufmerksames Verhalten kann er jedoch auch ausgezeichnet als Wachhund eingesetzt werden. Ein Bullterrier ist anpassungsfähig und kann sich ausgezeichnet in eine Familie einpassen. Der Hund zeichnet sich durch Nervenstärke aus und kann sowohl mit Menschen als auch mit anderen Tieren gut sozialisieren.

Bullterrier lieben Bewegung und sollten mit Aktivitäten beschäftigt werden, die ihrem Temperament entsprechen. Hindernistraining und Dogdancing sind perfekte Beschäftigungen für die klugen Tiere, mit denen man sie ausgezeichnet auslasten kann. Hunde, die ihrem Bewegungsdrang entsprechen können, sind in der Regel besonders ausgeglichen. So sind sie in der Lage, sich den meisten Lebenssituationen problemlos anzupassen.

Rassenmerkmale des Bullterriers

Die typische Größe des Bullterriers liegt zwischen 45 und 55 Zentimetern. Die Tiere wiegen rund 25 Kilogramm. Das generelle Erscheinungsbild ist muskulös und kräftig und von harmonischen Proportionen geprägt. Die ungewöhnliche Kopfform der Tiere ist ein charakteristisches Kennzeichen für die Rasse. Der kräftige Kopf kann am besten als eiförmig beschrieben werden und wird von einem kräftigen Kiefer mit einem ebensolchen Gebiss geprägt. Die dreieckig geformten Augen sind schwarz und sitzen schräg im Gesicht. Der muskulöse Hals des Bullterriers verbreitert sich zum Körper hin und geht in einen kräftigen Rücken über, der in einer tief angesetzten Rute endet. Das Fell des Bullterriers ist kurz und glatt. Die meisten Tiere sind Weiß, es gibt jedoch auch andere Fellfarben.

Entstehungsgeschichte der Rasse

Der Bullterrier besteht als eigenständige Rasse seit der Mitte des 19. Jahrhunderts. Er entstand aus der Kreuzung der Olde English Bulldog mit anderen Hunderassen, zu denen auch der inzwischen ausgestorbene weiße Terrier gehörte. Der Rassenstandard wurde im Jahr 1850 von James Hinks, einem Züchter aus der englischen Stadt Birmingham, festgelegt. Im Jahr 1860 wurde von den gleichen Züchter erstmals der weiße Bullterrier gezüchtet, der dem Hund entspricht den wir heute kennen.

Ursprünglich wurde der Bullterrier in England als Kampfhund eingesetzt. Sein belastbarer Charakter und sein muskulöser Körper boten dazu die besten Voraussetzungen. Außerdem verwendete man die Hunde auch bei der Dachsjagd. Schießlich wurden die Hundekämpfe in England verboten und der Bullterrier wurde danach hauptsächlich als Begleithund gezüchtet. Obwohl der Bullterrier ein feuriges Temperament hat, ist er stets menschenfreundlich und seinem Herren treu ergeben.

Doch wohl auf Grund seiner ursprünglichen Bestimmung als Kampfhund steht die Rasse heute in vielen Bundesländern auf der Liste der gefährlichen Hunde. Das bedeutet, dass Haltung und Zucht nur bedingt möglich oder unter Umständen auch gänzlich verboten sind. Doch lässt sich für die tatsächliche Gefährlichkeit der Tiere keinerlei Beweis erbringen.

Pflege und Haltung des Bullterriers

Die Pflege des Bullterriers gestaltet sich unproblematisch. Das kurze Fell sollte wöchentlich gebürstet werden. Während der Zeit des Fellwechsels kann man den Hund auch häufiger bürsten, um zu vermeiden, dass sich die Hundehaare auf Polstermöbeln und Teppichen ansammeln. Das Fell des Bullterriers weist kaum Unterwolle auf. Wenn es zur Bildung von Unterwolle kommt, so geschieht das nur in den Wintermonaten. Dadurch ist das Tier relativ empfindlich gegen feuchtkaltes Winterwetter und kann auch Hitze schlecht vertragen.

Deshalb sollte man den Bullterrier bei winterlichen Spaziergängen mit einem Hundemantel schützen und an heißen Sommertagen möglichst wenig belasten. Generell bewegt sich der Bullterrier gerne und eignet sich durch seinen kräftigen Körperbau auch für Agility Training. Auch beim Joggen oder Fahrradfahren kann er ein ausdauernder Begleiter sein. Er gehört jedoch nicht zu den Rassen, die ohne extensive tägliche Bewegungsroutine nicht glücklich sind. Er ist auch im Haus durchaus zufrieden, zieht es aber stets vor, in der Nähe seiner Menschen zu sein.

Bei den weißen Tieren kann es hin und wieder zu Hauterkrankungen kommen, die man vom Tierarzt behandeln lassen sollte. Gelenkprobleme und Augen Erkrankungen gehören ebenfalls zu den rassentypischen Leiden beim Bullterrier. Unbedingt sollte man einen weißen Welpen vor dem Kauf auch auf sein Gehör überprüfen. Bei den weißen Bullterriern ist nämlich eine Taubheit von Geburt an nicht selten. Es ist ratsam, den Bullterrier von einem renommierten Züchter zu erwerben, der Wert auf die Gesundheit seiner Nachzucht legt.

Erziehung des Bullterriers

Der Bullterrier ist ein Hund, der einen erfahrenen Hundehalter benötigt, der wenigstens ebenso stur sein muss, wie der Bullterrier selbst. Bei der Erziehung des Tieres kommt es auf Konsequenz und Geduld an. Man darf sich während der Erziehung des Hundes kaum Fehler erlauben. Das intelligente Tier merkt sofort, wenn der Mensch unsicher ist und versucht dann, die Rolle des Rudelführers zu übernehmen. Bei der Erziehung des Tieres sollte man sich in erster Linie auf eine Belohnung von richtigen Verhaltensweisen bemühen. Der Hund hat nämlich ein ausgesprochen starkes Nervenkostüm und ist unter Umständen gegen Schelte vollkommen unempfindlich.

Körperliche Züchtigung sollte gruindsätzlich nicht zur Erziehung gehören. Beim Bullterrier erweist sie sich jedoch als besonders sinnlos, weil die Tiere recht unempfindlich gegen Schmerz sind. Schon ab dem Welpenalter ist es notwendig, den Hund mit anderen Tieren und Menschen zu sozialisieren, so dass die angeborene Rauflust des Tiers kontrolliert werden kann. In vielen Fällen kann es auch ratsam sein, für den Bullterrier eine Welpenschule zu wählen und späterhin auch gemeinsam mit dem Hund eine Hundeschule zu besuchen. Wie umgänglich und leicht zu leiten der Hund schließlich wird, hängt in erster Linie von seinem Besitzer und dessen Fähigkeit, den Hund zu erziehen ab. Mit einer guten Erziehung erweist sich das Tier als Kinderfreund und Charmeur und kann auch mit anderen Tieren friedlich nebeneinander leben.

Ein Bullterrier sollte stets noch besser erzogen sein, als jeder andere Hund. Als Besitzer eines solchen Tiers sieht man sich nämlich vielen Vorurteilen gegenüber. Man sollte selbst die Eigenschaft besitzen, möglichen Anfeindungen von Passanten gleichgültig gegenüber zu stehen. Doch ist es natürlich von enormen Wert, wenn man in solchen Situationen durch das gute benehmen des Hundes klarstellen kann, dass die Vorurteile gegen den eigenen Bullterrier nicht begründet sind.

Grundsätzlich gestalten sich Bullterrier als angenehme Partner beim Spaziergang. Sie haben nämlich kein Interesse an der Jagd, so dass sie nicht das Bedürfnis verspüren, sich loszureißen und Fährten hinterher zu spüren. Vielmehr bleiben sie gerne in Blickweite ihres Menschen.