Belgischer Schäferhund – Intelligenz trifft auf Loyalität




 

 

 

Der belgische Schäferhund ist mit dem Deutschen Schäferhund eng verwandt. Auch die belgischen Schäferhunde zeichnen sich durch ihre Intelligenz und bedingungslose Treue aus und sind Hunde, die sich vielseitig einsetzen lassen. Vom Polizeidienst bis zum geliebten Familienhund wissen die Tiere in jeder Situation ein optimales Verhalten an den Tag zu legen. Als ehemaliger Hütehund fällt es dem belgischen Schäferhund leicht, seinen Herren als Rudelführer anzuerkennen und eine enge Bindung aufzubauen.

Der Belgische Schäferhund ist für seinen Beschützerinstinkt bekannt und wird seinen Herren und sein Haus bis zur letzten Konsequenz verteidigen. Das kann jedoch zuweilen auch ein aggressives Verhalten mit sich bringen. Aus diesem Grund ist es auch wünschenswert, dass der Belgische Schäferhund eine konsequente, extensive Erziehung erhält, die dazu beiträgt, seine positiven Eigenschaften zu fördern und negative Triebe kontrollieren zu können. Der Belgische Schäferhund wird in vier Varianten gezüchtet: Malinois, Groenendael, Tervueren und Laekenois. Besonders im Aussehen unterscheiden sich die Hunde erheblich voneinander.

Malinois: Der bekannteste Belgische Schäferhund

Wenn man von einem Belgischen Schäferhund spricht, kommt bei den meisten Menschen der Malinois in den Sinn. Seine ursprüngliche Aufgabe bestand im Hüten. Heute wird der Malinois hauptsächlich als Diensthund bei der Polizei und bei Rettungsdiensten eingesetzt. Die Tiere sind diszipliniert, ausdauernd und sehr arbeitsfreudig, so dass sich in jede Aufgabe schnell einfügen lassen. Die Hunde haben ein dichtes kurzes Fell mit Unterwolle, das am Körper anliegt. In der Regel ist der Malinois falbfarben mit einer schwarzen Maske. Auch in Deutschland ist dieser Hund bekannt und beliebt und zeichnet sich auch durch eine besonders große Ähnlichkeit mit dem Deutschen Schäferhund aus.

Eine seltene Variante: Der Laekenois

Der Laekenois ist der seltenste der Belgischen Schäferhunde. Er zeichnet sich durch ein raues, struppiges wirkendes Fell aus. Auch dieser Hund ist intelligent und wachsam, ist jedoch auch ruhiger als seine agilen Artgenossen. Er wird gerne als Wachhund eingesetzt und eignet sich durch sein ausgeglichenes Temperament auch gut als Familienhund. Er ist jedoch nicht sehr weit verbreitet, was ein seiner ein wenig eigenartigen Optik liegen mag. Diese Hunde gelten jedoch als die älteste Art der belgischen Schäferhunde und sind außerdem besonders unerschrocken, so dass sie ausgezeichnete Hüte- und Wachhunde sind.

Groenendael und Tervueren

Sowohl der Groenendael als auch der Tervueren zeichnen sich durch ein langes Haarkleid aus. In der Farbe ähnelt der Groenendael dem Malimois. Es ist von heller Farbe mit schwarzer Maske. Der Tervueren ist hingegen vollkommen schwarz. Auch die beiden langhaarigen Vertreter des Belgischen Schäferhunds ähneln den anderen Arten in ihren Charaktereigenschaften. Mit Intelligenz und Lernfähigkeit meistern sie schnell jede Aufgabe, die ihnen gestellt wird. Außerdem sind sie aber auch sehr kinderlieb und passen gut in eine Familie.

Haltung und Pflege des belgischen Schäferhunds

Die Pflege die das Fell des belgischen Schäferhunds braucht, hängt in großem Maße vom Felltyp des Tieres ab. Der Malinois ist mit seinem kurzen Haar am leichtesten zu pflegen. Mit ein- oder zweimaligem Bürsten in der Woche bleibt das Fell sauber und glänzend. Lediglich während des Fellwechsels sollte man den Hund häufiger bürsten, um lose Haare zu entfernen und die Verschmutzung im Haus so gering wie möglich zu halten. Die beiden langhaarigen Arten Groenendael und Tervueren hingegen müssen wesentlich öfter gebürstet werden, um lose Unterwolle zu entfernen.

Allen Arten des belgischen Schäferhunds ist ein großer Bewegungsdrang zu Eigen. Somit sollten sie auch täglich zu Spaziergängen ausgeführt werden. Können die Hunde auf einem Grundstück mit freiem Auslauf leben, so fühlen sie sich besonders wohl. Ebenfalls genießen die Hunde sportliche Aktivitäten mit ihrer Familie. Ob es sich dabei um Radfahren oder Schwimmen handelt, die Belgischen Schäferhunde sind gerne mit von der Partie. Wegen ihres Bewegungsdrangs ist es fraglich, ob sich ein belgischer Schäferhund in einer kleinen Etagenwohnung wohl fühlt. Will man ihn in der Wohnung halten, so muss man ihm täglich mehrere Stunden Spazierengehen gönnen.

Die Erziehung des Belgischen Schäferhunds

Die Erzeihung eines Belgischen Schäferhunds erfordert einige Erfahrung. Zwar sind die Tiere sehr intelligent und erlernen Kommandos oder sogar bestimmte Handlungsabläufe sehr schnell. Doch trägt ihre Intelligenz auch dazu bei, dass sie gerne ihren eigenen Kopf durchsetzen möchten. Besonders Hunde, die geistig und körperlich nicht genug gefordert werden, neigen zu Langerweile und suchen sich selbst Aufgaben. Das sollte natürlich vermieden werden, da ein solches Verhalten zu unkontrolliertem Wildern oder auch zu Aggressivität gegenüber Fremden führen kann. Die Erziehung des Belgischen Schäferhunds kann weiterhin dadurch kompliziert werden, dass die Hunde sowohl dominant als auch sensibel sind.

Man muss also genau den richtigen Ton finden, um sie zum Gehorsam zu bringen. Ist man selbst im Umgang mit Hunden eher unerfahren, sollte man bei einer Hundeschule Unterstützung suchen. Am besten beginnt man die Ausbildung des Hundes in einer Welpenschule, wo der junge Hund zunächst das Sozialisieren lernt. Dieser Prozess ist recht wichtig um zu vermeiden, dass der Hund gegen Fremde und andere Tiere aggressiv reagiert.

Danach folgt die Hundeschule, in der man gemeinsam mit dem Tier lernt, Kommandos einzusetzen und in jeder Situation sofort Gehorsam zu erzielen. Die intelligenten Tiere können danach auch noch weiterhin ausgebildet werden, um ihre Eignung zum Personenschutz oder zum Polizeidienst weiter zu fördern.

Belgischer Schäferhund: Die Geschichte der Rasse

Der Ursprung des Belgischen Schäferhunds liegt in Arbeitshunden, die von Bauern der Region gezüchtet wurden, um zu hüten oder andere Aufgaben im Bauernhof zu verrichten. Dabei wurde in der Regel sehr wenig Wert auf ein bestimmtes Aussehen gelegt. Die Hunde wurden vielmehr auf Grund ihrer Eignung zur Arbeit untereinander gekreuzt. Erst im 19. Jahrhundert begannen Züchter, auf ein einheitliches Aussehen zu achten. Im Jahr 1891 wurde von den Hundezüchtern der Club Chien de Berger Belge gegründet und es wurden drei Rassestandards festgesetzt.

Diese drei Arten und eine vierte, die späterhin dazukam, wurden häufig untereinander vermischt. Erst als im 20. Jahrhundert die Hundeausstellungen Mode wurden, begannen auch in Belgien die Züchter damit, ein spezifisches Aussehen der einzelnen Arten zu fördern. Bis auf den Malinois ist der Belgische Schäferhund in Deutschland wenig bekannt und man findet auch nicht viele Züchter.